Kommission "Wasserrahmenrichtlinie"

 

Die 2005 eingesetzte Kommission "Wasserrahmenrichtlinie" sondiert die Chancen und Risiken, die sich aus der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in nationales und föderales Recht ergeben und erarbeitet denkmalpflegerische Strategien.

Die zwischen 1991 und 2000 entwickelte WRRL dient dem Ziel einer Qualitätsverbesserung der Gewässer und der tendenziellen Renaturierung der Flusslandschaften. Die WRRL ist in der Bundesrepublik Deutschland 2003 nationales Recht geworden; die Länder sind verpflichtet, sie umzusetzen. Leider wurden bei der Erarbeitung der WRRL denkmalpflegerische Interessen und Fragen der historischen Kulturlandschaften nicht berücksichtigt. Der denkmalpflegerische Problemhaushalt ist in einer Resolution des DNK zusammengefasst. Bis zum vorgegebenen Ziel, die definierte Wasserqualität bis 2015 europaweit erreicht zu haben, werden umfangreiche Wasserbaumaßnahmen stattfinden, die auch Boden- und Baudenkmäler in erheblichem Maße beeinträchtigen werden.

Der Verband der Landesarchäologen hat einen von der Kommisson erarbeiteten informativen Folder herausgebracht, der über die Landesämter bezogen werden kann.

Die Kommission hat das Kolloquium des Verbandes vorbereitet, das sich 2006 in Merseburg mit dieser Thematik beschäftigt hat. Die Ergebnisse wurden bereits im Archäologischen Nachrichtenblatt publiziert.

Sitzung der Kommission Wasserrahmenrichtlinie

Mit der Kommissionsarbeit ist es gelungen, den archäologischen Belang in einer ganzen Reihe von SUPs (Strategische Umweltprüfungen) zu den jeweiligen länderübergreifenden Flussgebietseinheiten in abgestimmten Formulierungen einzubringen. Damit steht ein wichtiges Instrument für weitere Planungen im Rahmen der WRRL zur Verfügung, die von den zuständigen Behörden auch für die Durchsetzung archäologischer Belange genutzt werden können. Daneben diskutiert die Kommission fortlaufend die in den Flussgebietseinheiten stattfindenden Maßnahmen und deren Durchführung. Es ist dabei kaum erstaunlich, dass sich in den einzelnen Bundesländern dabei doch sehr unterschiedliche Kulturen in der Umsetzung der WRRL ergeben haben.