Kommission "Land- und Forstwirtschaft"

 

 

Die Kommission "Land- und Forstwirtschaft" - 2008 im sächsischen Lommatzsch als Kommission "Archäologie und Landwirtschaft" gegründet - widmet sich seit 2009 dem Spannungsfeld "Archäologie und Landwirtschaft/Forstwirtschaft".

 

Die meisten archäologischen Denkmäler Deutschlands befinden sich in land- oder forstwirtschaftlichen Nutzflächen, unterliegen mithin meist starker Beanspruchung durch die verschiedenen Bewirtschaftungsweisen. Gerade die Industrialisierung der Landwirtschaft, die immer wieder auch aktuell mit tiefgreifendem Nutzungswandel einhergeht, führt vielfach zur schleichenden Zerstörung der Denkmäler. Die Umwandlung von Dauergrünland in den Marschen Eiderstedts zu Maismonokulturen, der großflächige Torfabbau in Niedersachsen oder die Erosion im mittelsächsischen Lösshügelland, um nur einige Beispiele zu nennen, vernichten das Archiv im Boden, ohne dass bislang nennenswerte Notiz davon genommen wurde. Ebenso stellt die mechanisierte Forstwirtschaft eine ernste Bedrohung für in den Wäldern bisher meist gut konservierte Bodendenkmäler dar, z. B. für die Überreste des Welterbes "Obergermanisch-Rätischer Limes" in Südwestdeutschland.

 

Die Kommission hat sich zum Ziel gesetzt,  im Schnittfeld von Landwirtschaft, Boden-, Natur- und Hochwasserschutz sowie archäologischer Denkmalpflege  Maßnahmen zu entwickeln,  mit deren Hilfe archäologische Fundstellen nachhaltig geschützt werden können. Ein wichtiger Schritt dabei ist die Implementierung der archäologischen Denkmalpflege in die Neufassung der europaeinheitlichen Agrarförderung, die 2013 vom EU-Parlament beschlossen werden soll.

 

Unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat das sächsische Landesamt für Archäologie in einem Teilsektor wichtige Grundlagenforschung erbracht. Das Projekt hat die Entwicklung von Konzepten und Maßnahmen zum Schutz archäologischer Kulturdenkmäler auf intensiv bewirtschafteten, erosionsanfälligen Agrarflächen in der Lommatzscher Pflege zum Ziel.

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