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Jahrestagung 2006

18. Kolloquium des Verbandes der Landesarchäologen

 

Wissenschaftliches Kolloquium

„Archäologisches Management in Fluss-, Auen- und Seenlandschaften“

am 17. Mai 2006
im Ständehaus in Merseburg, Sachsen-Anhalt

publiziert in:
Archäologisches Nachrichtenblatt 12 (2), 2007

(Auszug daraus s.u.)

9.00
– 9.15
Prof. Dr. J. Kunow, Bonn
Begrüßung und Einführung
9.15
– 10.00
Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Schleswig
Archäologie der Feuchtböden zwischen Denkmalpflege, Museum und Wissenschaft

10.00
– 10.30
Dr. Angela Kreuz, Wiesbaden
Flusstäler: vor- und frühgeschichtliche Nutzungsräume und biologische Archive
I.
Rechtlicher Rahmen und Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

10.30
– 11.00
Dr. Ulrike Frotscher-Hoof, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) als Plattform zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in der Bundesrepublik Deutschland


11.00
– 11.30
Kaffeepause

11.30
– 12.00
Dr. Hans-Dieter Grett, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Kiel

Die Umsetzung der WRRL in Schleswig-Holstein: Vorteile eines umfassenden Beteiligungsmodells bei der Bewirtschaftung der Gewässer


12.00
– 12.30
Dr. Thomas Zumbroich, Bonn

Gewässerstrukturkartierung und Querbauwerkskataster – wichtige Instrumente zur Bestandsaufnahme und Maßnahmenplanung


12.30
– 13.45
Mittagspause

13.45
– 14.15
Elmar Knieps, Bonn

Anforderungen an die Planungen zur Umsetzung der WRRL aus Sicht des Denkmalschutzes


14.15
– 14.45
Dorothea August, Ramsar Secretariat, Gland (Schweiz)

Die Ramsar-Konvention und ihre Bedeutung für das kulturelle Erbe


II.
Der Feuchtboden als archäologisches Archiv

14.45
– 15.15
Dr. Helmut Schlichtherle

Erfassung und Bewertung einer untertägigen Landschaft: Das Federseemoor in Oberschwaben


15.15
– 15.45
Vanessa Straker, English Heritage (England)

The Water Framework Directive – examples of management issues for the Historic Environment in the United Kingdom

15.45
– 16.15
Kaffeepause

16.15
– 16.45
Drs. Henk Stoepker, Wijlre (Niederlande)

Inventarisierung einer Flusslandschaft in den Niederlanden: das Maaswerkenprojekt und die Leitidee von “Ruimte voor de Rivieren“


16.45
– 17.15
Dr. Friedrich Lüth, Schwerin

Zusammenfassung und Schlusswort

gegen 17.15 Ende

Auszug aus:
Henning Haßmann, Bericht über die Jahrestagung des Verbandes der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland vom 15. bis 17. Mai 2006 in Merseburg, Sachsen-Anhalt
Archäologisches Nachrichtenblatt 12 (2), 2007.

>>> der vollständige Bericht als PDF-Datei

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Kolloquium

Das Merseburger Kolloquium mit dem Thema „Archäologisches Management in Fluss-, Auen- und Seenlandschaften“ widmete sich im repräsentativen Ständehaus den aus der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie resultierenden Herausforderungen für die archäologische Denkmalpflege. Da die meisten Vorträge in diesem Heft abgedruckt sind, soll hier nur ein knapper Überblick gegeben werden:

Nach der Begrüßung durch den Verbandsvorsitzenden Prof. Kunow führte Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Schleswig, in das Thema ein. Der Referent, der auch die Kommission „Wasserrahmenrichtlinie“ beim VLA leitet, stellte in seinem Vortrag „Archäologie der Feuchtböden zwischen Denkmalpflege, Museum und Wissenschaft“ auf Chancen und Probleme aus archäologischer Sicht scharf.

Dr. Angela Kreuz, Paläobotanikerin aus Wiesbaden, setzte den Schwerpunkt ihres Referates „Flusstäler: vor- und frühgeschichtliche Nutzungsräume und biologische Archive“ auf naturwissenschaftlichen Fragestellungen und Methoden.

Nach diesen Einführungsreferaten widmete sich der erste Hauptblock dem rechtlichen Rahmen und der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Dr. Ulrike Frotscher-Hoof vom Nordhrein-Westfälischen Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz umriss mit der „Länderarbeitsgemeinschaft Wasser“ als Plattform zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in der Bundesrepublik Deutschland den politischen Rahmen.

Dr. Hans-Dieter Grett, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein plädierte für eine frühzeitige und umfassende Abstimmung aller Beteiligter: „Die Umsetzung der WRRL in Schleswig-Holstein: Vorteile eines umfassenden Beteiligungsmodells bei der Bewirtschaftung der Gewässer“.

Der Bonner Planer Dr. Thomas Zumbroich gab eine Vorstellung von den umfangreichen Erfassungsmaßnahmen als Entscheidungsgrundlage: Gewässerstrukturkartierung und Querbauwerkskataster - wichtige Instrumente zur Bestandsaufnahme und Maßnahmenplanung.

Elmar Knieps, Planungsreferent beim Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege resümierte über „Anforderungen an die Planungen zur Umsetzung der WRRL aus Sicht des Denkmalschutzes“.

Dorothea August vom Ramsar Secretariat im schweizerischen Gland erläuterte beispielhaft die Schutzmöglichkeiten, die sich aus internationalen Abkommen ergeben: „Die Ramsar-Konvention und ihre Bedeutung für das kulturelle Erbe“.

Im zweiten Block wurden anhand konkreter Forschungs- und Denkmalpflegeprojekte der Wert von Feuchtboden als archäologisches Archiv verdeutlicht und beispielhaft - auch aus internationaler Perspektive - Schutzkonzepte erläutert.

Dr. Helmut Schlichtherle, Leiter der Forschungsstelle Unterwasserarchäologie Hemmenhofen beim Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, zeigte in seinem Vortrag „Erfassung und Bewertung einer untertägigen Landschaft: Das Federseemoor in Oberschwaben“ eindrucksvoll, wie durch eine konsequente forschungsorientierte Denkmalpflege über viele Jahre eine komplexe archäologische Kleinlandschaft nahezu lückenlos erfasst und weitgehend geschützt werden kann.

Das Referat der erkrankten Vanessa Straker von English Heritage über Beispiele der Berücksichtigung kulturlandschaftlicher Schutzinteressen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wurde von Dr. Adrian Olivier vorgetragen, der bei English Heritage für strategische Fragen verantwortlich zeichnet.

Drs. Henk Stoepker aus Wijlre machte den großen Erfahrungsvorsprung der Niederländer bei der Einbindung archäologischer Belange bei umfangreichen Wasserbaumaßnahmen deutlich. Am Beispiel des gut ausgestatteten Maaswerkenprojektes zeigte er unterschiedliche methodische Ansätze interdisziplinärer Untersuchungen zwischen Prospektion und großflächigen Grabungen auf, in deren Folge sich das enorme archäologische Potenzial einer Flusslandschaft abzeichnete. Dabei räumte Stoepker auch Fehler in der Herangehensweise ein, die aber zur Optimierung von Methode und Fragestellung führten.

Zusammenfassung und Schlusswort oblagen Dr. Lüth der die einzelnen Referate unter verschiedenen Gesichtspunkten übergeordneten Fragestellungen zuordnete, die sich in ihren Zusammenhängen z.T. erst aus dem Kolloquium ergeben hatten.

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nützliche
Links
Kommission WRRL des VLA

Resolution des DNK zur Wasserrahmenrichtlinie

Kurzfassung AiD-Aufsatz

Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Deutschland

Ramsar-Beitrag
 
26.3.2006 - © VLA