08.3.2010
Zum Tode von Prof. Dr. phil. habil. Joachim
Herrmann
Am 25. Februar 2010
verstarb nach schwerer Krankheit im Alter von 77
Jahren Joachim Herrmann.
Nach dem Studium (Geschichte, Archäologie,
Ethnographie, Geologie) an der
Humboldt-Universität zu Berlin begann seine
wissenschaftliche Laufbahn 1956 am Institut für
Vor- und Frühgeschichte der Deutschen Akademie
der Wissenschaften unter dem Direktorat von
Wilhelm Unverzagt. Mit seiner Dissertation
(1958, Die vor- und frühgeschichtlichen
Burgwälle Groß-Berlins und des Bezirkes Potsdam)
und seiner Habilitation (1965, Siedlung,
Wirtschaft und gesellschaftliche Verhältnisse
der slawischen Stämme zwischen Oder/Neiße und
Elbe) profilierte er sich zu einem
wissenschaftlich ausgewiesenen Archäologen,
dessen Forschungsschwerpunkt das slawische
Mittelalter war.
Im Zuge der Hochschul- und Akademiereform wurde
1969 das Zentralinstitut für Alte Geschichte und
Archäologie (ZIAGA) als Leitinstitut für die
Altertumswissenschaften in der DDR gegründet und
Herrmann zu dessen Direktor ernannt. Unter
seiner Leitung wurde eine Reihe wichtiger
Forschungsprojekte angeregt und realisiert, die
u. a. in Quelleneditionen zu den Funden des
7.-12. Jh. sowie den römischen Funden auf dem
Gebiet der DDR, in Lexika, Sammelwerken und
Handbüchern wie denen zur Geschichte der
Germanen und der Slawen ihren Niederschlag
fanden. Trotz seiner Bindung an die
marxistisch-leninistische Geschichtsideologie
der DDR stand die Wissenschaftlichkeit in seinen
Fachpublikationen stets im Vordergrund.
Herrmann war ein hervorragender
Wissenschaftsorganisator, der interdisziplinär
arbeitete und dessen Blick auf großräumige
Zusammenhänge gerichtet war. Unter diesem Aspekt
ist seine Großgrabung auf dem Seehandelsplatz
Ralswiek auf Rügen einzuordnen, deren
Ergebnisse er nach Ausscheiden aus dem Amt in
einer fünfbändigen Publikation vorlegte.
Joachim Herrmann gehörte zahlreichen nationalen
und internationalen wissenschaftlichen Gremien
an. Seine grundlegenden eigenen und die von ihm
herausgegebenen Veröffentlichungen haben
Maßstäbe gesetzt und werden noch lange die
Forschung anregen. |
03.12.2009 -
Sachsen: Auslobung des Werner-Coblenz-Preises
2010
Das vierte Bewerbungsverfahren um den Werner
Coblenz Preis 2010 ist eröffnet
Die Stiftung Pro Archaeologia Saxoniae ist in
Sachsen beheimatet. Dem Wunsch ihrer Stifterin -
der Mitteldeutschen Braunkohlen- gesellschaft
mbH - entsprechend, möchte die Pro Archaeologia
Saxoniae die Archäologie in Sachsen, Böhmen und
Niederschlesien fördern.
Der mit 5.000,- Euro dotierte Werner Coblenz
Preis honoriert vorzügliche, innovative
wissenschaftliche Leistungen oder auch
herausragende museale Präsentationen. Nähere
Informationen sowie die Bewerbungsunterlagen
erhalten Sie auf der Homepage der Stiftung unter
www.pro-archaeologia-saxoniae.org
Bitte schicken Sie Ihre Anträge bis zum 15.
Januar 2010 an die Stiftung Pro Archaeologia
Saxoniae. Für Rückfragen steht Ihnen Frau Dr.
Cornelia Rupp zur Verfügung:
Mail:
Cornelia.Rupp@lfa.sachsen.de
Tel: +49 351 8926 - 680
Die Stiftungsgremien entscheiden Ende Februar
2010 über die Vergabe des Preises. Eine positive
Entscheidung vorausgesetzt, wird die
Preisverleihung Ende des Jahres 2010
stattfinden. |
26.11.2009 -
Zum Tode von PD
Dr. habil. Sigrid Dušek
In der vorigen Woche verstarb unerwartet PD
Dr. habil. Sigrid Dušek im Alter von 72 Jahren.
Von 1990 bis 1992 zunächst Direktorin des
Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens,
wurde sie 1992 zur Landesarchäologin des
Freistaates Thüringen berufen und hatte dieses
Amt bis zu ihrer Pensionierung 2003 inne. Sigrid
Dušek war der thüringischen Archäologie seit
ihrer Schulzeit in den 1950er Jahren verbunden.
Ihre Ausgrabungen und Publikationen zu wichtigen
Fragen der archäologischen Forschung, vor allem
zum Verhältnis von Slawen und Deutschen sowie
Römern und Germanen brachten die Forschung
wesentlich voran.
Nach 1990 schuf sie auf bewährten Strukturen ein
modernes archäologisches Landesamt mit einem
fächerübergreifenden Forschungsansatz. So
gelangen ihr der Aufbau eines leistungsstarken
archäochemischen Labors und die Etablierung
moderner naturwissenschaftlicher
Prospektionsmethoden in der Archäologie
Thüringens.
Mit Vehemenz setzte sie sich als
Landesarchäologin für die Schaffung und
Durchsetzung des thüringischen
Denkmalschutzgesetzes ein, in das die besten
Erfahrungen der alten Bundesländer, aber auch
bewährte thüringische Strukturen früherer
Jahrzehnte einbezogen wurden.
Mit der Konzeption und Koordinierung der
Neugestaltung des Museums für Ur- und
Frühgeschichte Thüringens 1999 erwarb sich Frau
Dušek besondere Verdienste. Noch heute wird die
damals erste neugestaltete archäologische
Dauerausstellung in einem Landesmuseum der neuen
Bundesländer durch ihren Schwerpunkt auf
historische Zusammenhänge viel beachtet und vor
allem durch Schulklassen intensiv besucht. Als
Autorin zahlreicher wissenschaftlicher und
populärwissenschaftlicher Publikationen und
Herausgeberin von wissenschaftlichen
Schriftenreihen erwarb sich Sigrid Dušek
bleibende Verdienste. Bis zuletzt arbeitete sie
an einer wissenschaftlichen Zusammenstellung
römischer Importfunde in Thüringen. Die
thüringische Landesarchäologie und der Verband
der Landesarchäologen werden ihr ein ehrendes
Andenken bewahren. |
27.10.2009 -
Veranstaltungshinweis:
Vom 22. bis 23.01.2010 findet im LVR-LandesMuseum
Bonn der 1. Workshop der AG CAA
»Computeranwendungen und Quantitative Methoden in
der Archäologie« statt. Mehr Infos dazu finden Sie
hier:
http://www.ag-caa.de/workshop1.html |
10.8.2009 -
Die Adresse der Landesarchäologie der Hansestadt
Bremen hat sich geändert.
Die neue Anschrift lautet:
Landesarchäologie Bremen
Prof. Dr. Uta Halle
Landesarchäologin
c/o Senator für Kultur
Altenwall 15/16
28195 Bremen
Tel. 0421/361-3267
Fax 0421/361-3168
E-Mail:
uta.halle@landesarchaeologe.bremen.de
www.landesarchaeologie.bremen.de |
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Neue Kommunalarchäologie bei der
Schaumburger Landschaft, Niedersachsen
Zum 1. Juli ist in Niedersachsen eine neue
Kommunalarchäologie bei der Schaumburger Landschaft
eingerichtet worden, die für die Landkreise
Schaumburg und Nienburg sowie für die Städte
Nienburg, Stadthagen, Bückeburg und Hameln zuständig
ist.Kontakt:
Dr. Jens Berthold
Schaumburger Landschaft
Kommunalarchäologe
Schloßplatz 5
31675 Bückeburg
Tel. 05722/9566-15
Fax 05722/9566-18
Berthold@SchaumburgerLandschaft.de
www.schaumburgerlandschaft.de
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Was sind die Aufgaben der
Archäologie im heutigen Europa?
Wie erkennt und vermittelt man die Bedeutung
der Vergangenheit? Wie arbeitet ein Archäologe
heute? Wie erkennt er die Hinterlassenschaften
antiker Gesellschaften und ihrer Umwelt? Wie gräbt
er sie aus und erforscht sie? Wie kann man die
Arbeitsweisen vergleichen und austauschen? Welche
und wie viele Personen arbeiten in der Archäologie?
Was sind ihre Fähigkeiten? Wie erlangen sie ihre
Qualifikationen? Wie kann man den Beruf ergreifen?
Wie sollte in der Öffentlichkeit über Archäologie
berichtet werden? Wie macht man das Fach für unsere
und kommende Generationen interessant und
unverzichtbar?
Dies sind einige Fragen und Probleme, mit denen
sich das ACE-Netzwerk beschäftigt.
ACE - Archaeology in Contemporary Europe:
Professional Practices and Public Outreach /
Europäische Archäologie heute: Das Fach und seine
Außenwirkung wird 2007-2012 im Rahmen des
Kultur-Programms der Europäischen Gemeinschaft
gefördert.
Das ACE-Netzwerk unterstützt aktuelle
archäologische Arbeiten in Europa, indem es die
kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen
Aspekte des Fachs sowie seine Bedeutung für die
breite Öffentlichkeit herausstellt.
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Die Jahrestagung 2009 des
Verbandes der Landesarchäologen in der
Bundesrepublik Deutschland fand vom 3. bis 6. Mai
2009 in Köln statt. Bei den Neuwahlen des
Vorstandes wurden der Vorsitzende (Prof. Dr.
Kunow), sein Stellvertreter (Prof. Dr. Schallmayer),
Geschäftsführer (Dr. Sommer) und das
Vorstandsmitglied für Europaangelegenheiten (PD Dr.
Krauße) im Amt bestätigt. Die Position des
Vorstandsmitgliedes für Öffentlichkeitsarbeit ging
an die neue sächsische Landesarchäologin Dr.
Smolnik, nachdem Dr. Haßmann nach sechsjähriger
Amtszeit für eine Neuwahl nicht mehr zur Verfügung
stand.
Neben
Mitgliederversamlung, Arbeitssitzungen und Exkursion
fand auch ein ein Wissenschaftliches Kolloquium
statt. Der Titel des Kolloquiums am 5.8.09 war „Archäologie
in Deutschland und Europa. Situation und Strukturen
im Staatenvergleich“.
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Empfang im Römisch-Germanischen
Museum: Sts Günter Kozlowski, VLA-Vors. Prof. Kunow,
RGM-Direktor Prof. Hellenkämper (Foto H. Haßmann) |
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Als
neuer Präsident des die Boden- und die
Baudenkmalpflege vereinenden Niedersächsischen
Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) wurde am
27.4.2009 Dr. Stefan Winghart berufen. Am 29.4.
führte Staatssekretär Dr. Lange vom
Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und
Kultur (im Bild links) den neuen Präsidenten im NLD
ein. Der 57-jährige war von 2003 bis April 2009
thüringischer Landeskonservator. Von 1981 bis 2002
leitete er das archäologische Gebietsreferat
Oberbayern sowie das Grabungsbüro Ingolstadt und war
stellvertretender Abteilungsleiter beim Bayerischen
Landesamt für Denkmalpflege in München.
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(Foto: H. Haßmann) |
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Dr. Regina Smolnik ist Sachsens
neue Landesarchäologin. Sie trat die Nachfolge
der im September 2006 zurückgetretenen früheren
Landesarchäologin Dr. Judith Oexle am 1. Mai 2009
an. Smolnik hatte bereits in den 90er Jahren in der
Denkmalinventarisation des sächsischen Landesamtes
für Archäologie gearbeitet, bevor Sie die Leitung
des Dezernats Museum/Restaurierung beim
Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und
Archäologischen Landesmuseum übernahm.
In der Zwischenzeit wurde das
sächsichse Landesamt für Archäologie
kommissarisch von Dr. Thomas Westphalen geleitet.
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"Vorsicht
Ausgrabung" ist der Titel einer neuen
Publikation, die von der inzwischen durch die
Kommission
"Archäologie und Bildung" abgelöste
Arbeitsgruppe
"Archäologie und Schule" des Verbandes der
Landesarchäologen (VLA) erarbeitet wurde und vom VLA
herausgegeben wird. Gemeinsam mit Felix, der sich
für eine Ausgrabung auf seinem Schulweg
interessiert, können Kinder und Jugendliche auf
unterhaltsame, leicht verständliche und dabei
fachlich fundierte Art die Arbeitsweise der
Archäologinnen und Archäologen kennenlernen. Das 48
Seiten starke, reich illustrierte Heft kostet 8 €.
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Vom
31. August bis zum 3. September 2009 findet in
Detmold die 79. Jahrestagung des
Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung
e.V. statt. Hier tagen in diesem Jahr die "Deutsche
Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und
der Neuzeit" und die Arbeitsgemeinschaften
"Archäologie im Museum", "Spätantike und frühes
Mittelalter", sowie "Geschlechterforschung"
>>
Voreinladung
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Vom 21. bis 24. Mai 2009 findet die
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Ur- und
Frühgeschichte (DGUF)
in Hamburg statt. Das Thema lautet: Handel -
Transport - Verkehr
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Die
18. Jahrestagung des Mittel- und Ostdeutschen
Verbandes für Altertumsforschung (MOVA)
findet vom 23. bis 27. März 2009 im vorpommerschen
Greifswald statt.
In Greifswald tagen auch die
Arbeitsgemeinschaften "Neolithikum", "Bronzezeit",
"Römische Kaiserzeit im Barbaricum", "Theorie",
sowie der Arbeitskreis "Slawisches Mittelalter". |
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1. Uelzener Gespräch
Das Archäologische Institut der Universität
Hamburg, die Stadt Uelzen und das Niedersächsische
Landesamt für Denkmalpflege veranstalteten am 12.
Februar 2009 in Uelzen den Workshop „Archäologie
und völkisches Gedankengut: Umgang mit dem eigenen
Erbe“.
Ziel dieses Workshops ist die Beschäftigung mit
wirkungsgeschichtlichen Fragestellungen zur
regionalen Rezeption archäologischer Inhalte.
Ausgangspunkt ist hier die völkisch-nationalistische
Ideologisierung der Archäologie seit dem frühen 20.
Jahrhundert anhand niedersächsischer Beispiele. Die
Wahrnehmung der Ur- und Frühgeschichte ist u.a.
durch lokale Bezüge geprägt, die mit ihren Inhalten
den Heimatkundeunterricht oder die Konzeptionen der
Heimatmuseen bestimmte. Ihre Wirkung reichte von der
Brauchtumsgestaltung, über Ausgrabungen bis hin zur
Denkmalkultur. Völkische Tendenzen in der
Darstellung archäologischer Zusammenhänge wurden
durch Heimatforscher, Vereine und Institutionen
oftmals bis in die jüngste Vergangenheit hinein
tradiert, ohne dass hier Inhalte und
Selbstverständnis kritisch hinterfragt wurden.
Nach unterschiedlichen Impulsvorträgen soll die
Frage diskutiert werden, wie mit diesem unbequemen
Erbe umzugehen ist.
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Der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat einen
neuen Chefarchäologen. Seit 1.1.2009 ist
Prof. Dr. Michael Rind (49) Direktor der
LWL-Archäologie für Westfalen und damit
Nachfolger von Dr. Gabriele Isenberg an, die nach 34
Jahren im Sommer 2008 in den Ruhestand gegangen ist.
Der gebürtige Duisburger hat Ur- und
Frühgeschichte, Archäologie, Kunstgeschichte und
Volkskunde in Münster studiert und 1984 über die
"urnenfelderzeitliche Siedlung in
Dietfurt/Oberpfalz" promoviert. Nach Tätigkeiten an
der Universität und beim Bayerischen Landesamt für
Denkmalpflege war er zuletzt Leiter der
Kreisarchäologie beim Landkreis Kelheim (Bayern).
Neben Ausgrabungen war ein Schwerpunkt seiner Arbeit
die Öffentlichkeitsarbeit für die Archäologie durch
Ausstellungen und zahlreiche allgemeinverständliche
Veröffentlichungen. Seit 1995 hat Rind einen
Lehrauftrag an der Universität Regensburg, an der er
sich im Jahr 2000 habilitierte. Seit 2006 ist er
dort als außerplanmäßiger Professor tätig.
Foto: Dr. Rüschhoff-Thale, Landesrätin für
Kultur des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe
(LWL), übergibt anlässlich der feierlichen
Amtseinführung Prof. Rinds am 1.4.2009 symbolisch
den Schlüssel für die archäologischen Einrichtungen
des LWL (Foto: H. Haßmann).
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