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NEWSARCHIV 2007

 

Hier finden Sie die News  2007 aus der Landesarchäologie.

Bitte werfen Sie auch einen Blick auf die Homepages der Landesämter und anderer Institutionen.


Die Kommission „Raubgrabungen und Metallsuchgeräte“ hat das Grundlagenpapier "Empfehlungen des Verbandes der Landesarchäologen: Bodendenkmalpflege und Metallsuchgeräte" erarbeitet.

Der Verband der Landesarchäologen nimmt für Deutschland an dem EU-Projekt „Discovering the Archaeologists of Europe“ (Leonardo-Programm) teil. Ziel dieses Projekts ist es, Erhebungen zur beruflichen Situation von Archäologinnen und Archäologen in Europa durchzuführen und Entwicklungstendenzen zu erkennen. >> mehr

Die Kommission "Archäologie und Informationssysteme", die sich mit Fragen des Einsatzes Geografischer Informationssysteme und verwandten Themen beschäftigt, hat ein Format zum Datenaustausch zwischen den Denkmalämtern entwickelt (ADeX). Im Rahmen der 12. Internationalen Tagung „Kulturelles Erbe und Neue Technologien“ am 5. November 2007 in Wien wird der Workshop 3 „Datenaustausch der Denkmalämter der Bundesrepublik Deutschland“ eigens der Vorstellung von ADeX gewidmet.

Die Kommission »Wasserrahmenrichtlinie", die Chancen und Risiken sondiert, die sich aus der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in nationales und föderales Recht ergeben und denkmalpflegerische Strategien erarbeitet, hat eine Broschüre erarbeitet, die bei den Denkmalämtern bezogen werden kann. >> Download (1,9 MB) hier.

Der diesjährige Tag des Offenen Denkmals stand unter dem Motto "Orte der Einkehr und des Gebets - historische Sakralbauten". Zu diesem Thema hat auch die archäologische Denkmalpflege viel beizutragen. Archäologische Untersuchungen helfen z.B., die Baugeschichte von Kirchen und Klöstern zu klären, Licht in das Dunkel der historisch nur schemenhaft überlieferten Christianisierung zu werfen oder heute längst nicht mehr sichtbare Bauten zu finden. Ausgrabungen in Kirchen werden notwendig, wenn z.B. Fußböden erneuert, Mauern trockengelegt oder Heizungen und Blitzschutzanlagen eingebaut werden. Die Archäologie beschäftigt sich auch mit nichtchristlichen Sakralbauten und prähistorischen Kultstätten, jahrtausendealten, längst verschwundenen Anlagen.
Am 9. September wurden der Öffentlichkeit wieder eine Vielzahl von Ausgrabungen und archäologischen Denkmälern in diesem Kontext präsentiert; es wurden aber auch andere aktuelle Ausgrabungen geöffnet und Führungen zu archäologischen Denkmälern angeboten. Angebote zum Tag des Offenen Denkmals und aktuelle Hinweise sind der Online-Datenbank der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, den Websites der Fachämter für archäologische Denkmalpflege und der Tagespresse zu entnehmen.

Foto: Grabungen in der St. Amandus-Kirche Aschendorf, Stadt Papenburg. Unter der romanischen Kirche verbergen sich mehrere hölzerne Vorgängerbauten, die bis in die Zeit der Christianisierung zurückreichen (Aufn. J. Eckert)

Die europäische Kommission und Europa Nostra, der pan-europäische Verband für Kulturerbe, haben am 8. Juni 2007 in Stockholm die jährlichen Preise der Europäischen Union für das Kulturerbe, den Europa Nostra Award, überreicht. Der Schleswig-Holsteinische Landesarchäologe Prof. Claus von Carnap-Bornheim wurde gemeinsam mit Jørgen Ilkjær und Marcin Biborski für das Werk “Die Stätte von Illerup Ådal und die europäische Gesellschaft um 200 n.Chr.“ mit einer Medaille geehrt.

Im sachsen-anhaltischen Wangen bei Nebra wurde am 20. Juni das Besucherzentrum "Arche Nebra" eröffnet. Bei einer großen Eröffnungsveranstaltung lobte Ministerpräsident Wolfgang Böhmer die Arche Nebra als neue touristische Attraktion für Land und Region.
Im imposanten, hochmodernen Gebäude, gestaltet als goldene Himmelsbarke erwarten den Besucher eine Dauerausstellung zum Fund der Himmelsscheibe, multimediale Präsentationen, sowie eine Planetariumshow. Bei herrlichem Blick in das Unstruttal kann der Besucher sich von der hauseigenen Cafeteria verwöhnen lassen. Die Räumlichkeiten des Besucherzentrums stehen außerdem für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung und garantieren für ein unvergessliches Erlebnis in besonderer Atmosphäre.
Am eigentlichen Fundort der Bronzescheibe, auf dem Mittelberg im Ziegelrodaer Forst, gewährt ein Himmelsauge ein Blick ins Firmament. Ein 30m hoher Aussichtsturm in Form einer überdimensionalen Sonnenuhr bietet einen atemberaubenden Panoramablick auf die Arche und die Sichtachsen zum Brocken und Kyffhäuser.

Bild: Arche Nebra

Im Zuge der Erschließung des IKEA-Geländes im niedersächsischen Oldenburg wurde eine Ringwallanlage entdeckt. Der in historischen Karten verzeichnete "Heidenwall" war wahrscheinlich die Vorgängerburg der Oldenburg. Bemerkenswert ist die hervorragende Erhaltung der hölzernen Wallsubtruktion.
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(Aufn.: J. Mahlow)

Der Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland und die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland hielten ihre Jahrestagung 2007 gemeinsam vom 10. bis 13. Juni in Esslingen am Neckar ab.
Motto: Das Denkmal als Fragment - das Fragment als Denkmal
>>>Programm
Etwa 350 Tagungsteilnehmer/innen aus kommunaler und staatlicher Boden- und Baudenkmalpflege, Museum, Hochschule und Forschung, Medien und Kulturmanagement diskutierten darüber, was ein Fragment ist, wie Fragmente in früheren Jahrhunderten gesehen und bewertet wurden, welchen Denkmalwert Fragmente haben, ob Fragmente ergänzt oder nur gesichert werden sollten und ob ein Kulturdenkmal als Fragment bezeichnet werden kann, wenn seine Umgebung grundlegend verändert wird. Das Thema bot eine ideale Grundlage, um zentrale denkmalpflegerische Fragestellungen sowohl aus archäologischer Sicht als auch aus der Perspektive der Bau- und Kunstdenkmalpflege zu beleuchten.


Die abschließende Podiumsdiskussion fasste die Arbeit der sieben Sektionen zusammen (Foto: H. Haßmann)

Ausgehend vom Tagungsthema plädierten die Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger für einen zurückhaltenden und sensiblen Umgang mit dem Weltkulturerbe des Neuen Museums in Berlin. Der überzeugende Plan eines Wiederaufbaus bzw. der Wiedernutzbarmachung des kriegszerstörten Neuen Museums unter Einbeziehung und Sichtbarmachung der "Verwundungen" droht durch eine Initiative zu kippen, die eine Totalrekonstruktion fordert. Der Apell an Fachkreise und die interessierte Öffentlichkeit wurde in eine Resolution gegossen.

Am 31. Mai 2007 starb Prof. Dr. Dr. hc. Kurt Böhner (*1914), langjähriger Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz. Der Frühmittelalterforscher studierte von 1933 bis 1939 in Erlangen und München, wo er 1942 bei Hans Zeiß über Die fränkischen Altertümer des Trierer Landes promovierte. Danach wurde Böhner 1943 Direktorialassistent am Rheinischen Landesmuseum Bonn, dessen Direktor er 1955 wurde. 1958 übernahm Böhner das Amt des geschäftsführenden Direktors des RGZM in Mainz bis zu seiner Pensionierung 1981. Er war Gründungsmitglied des Verbandes der Landesarchäologen und stand dem Verband als Beratendes Mitglied zur Seite.

Das Deutsche Nationalkommitee für Denkmalschutz (DNK) hat am 22. und 23. Mai seine 32. Pressefahrt dem Thema Kulturlandschaft und Wasserwirtschaft, Naturschutz und Denkmalpflege gewidmet. Die vom Niedersächischen Landesamt für Denkmalpflege konzipierte Fahrt durch Niedersachsen, an der etwa 30 Journalisten aus ganz Deutschland teilnahmen, widmete sich unter anderem Fragen, die sich aus der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie ergeben.
Auf dem Programm standen typische Kulturdenkmale, mittels derer der Problemhaushalt modellhaft beschrieben werden konnte. Archäologische Beispiele waren Niederungsburgen, neolithische Pfahlwege im Moor, Altdeiche und mittelalterliche Wurtenlandschaften. Die Fragestellungen wurden wesentlich von der Kommission Wasserrrahmenrichtlinie des VLA und der Vorjahrestagung zu diesem Thema in Merseburg vorbereitet.


Neolithischer Pfahlweg im Campemoor, Nds. (Foto Haßmann)


Bodendenkmalpflege in Europa

Seit 1999 existiert als Vereinigung der führenden Bodendenkmalpfleger in Europa der EAC-Europae Archaeologiae Consilium (www.e-a-c.org). Zum Jahrestreffen kamen am 22. und 23. März 2007 die Repräsentanten der mittlerweile 24 Mitgliedsländer dieser vom Europarat offiziell als Ansprechpartner für Fragen der Archäologie und Bodendenkmalpflege registrierten Vereinigung in Metz zusammen. >>> mehr


DNK-Workshop Freyenstein
Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz veranstaltet vom 9. -14.9.2007 einen Studentenworkshop, der sich diesmal mit der Denkmallandschaft Freyenstein in der Prignitz (Brandenburg) beschäftigen wird.
Der Workshop wendet sich an Studentinnen und Studenten des 3. bis 6. Semesters der Architektur, Kunstgeschichte, Landschaftsplanung, Archäologie und des Städtebaus, die ein großes Interesse daran haben, sich praxisnah mit denkmalpflegerischen Fragestellungen zu beschäftigen.
Der Workshop wird durch das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum betreut gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, Lehrstuhl Denkmalpflege und Lehrstuhl Entwerfen, Bauen im Bestand.
 

Am 26. Februar 2007 wurde in Prof. Dr. Manfred Rech als Bremer Landesarchäologe in den Ruhestand verabschiedet. In der Feierstunde in den Räumen der Landesarchäologie würdigten u.a. Vertreter des Senats, der Universität und des Museums sein besonderes Engagement in der Position, die in Bremen zu je einem Drittel der archäologischen Denkmalpflege, der Leitung der archäologischen Abteilung beim Fockemuseum und der Lehre an der Bremer Universität zugeordnet ist. Das Berufungsverfahren für die Nachfolge von Prof. Rech läuft. Bis zur Wiederbesetzung der Stelle wurde Rechs langjähriger Kollege Dr. Dieter Bischop als kommissarischer Landesarchäologe benannt.

Am 25. Januar 2007 starb Prof. Dr. Werner Krämer. Der renommierte Keltenforscher und langjährige Direktor der Römisch-Germanischen Kommission war auch Ehrenmitglied des Verbandes der Landesarchäologen.
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8.6.2009 - © VLA