Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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12.11.2015

Verband der Landesarchäologen wendet sich gegen den Entwurf des Niedersächsischen Flüchtlingsunterbringungserleichterungsgesetzes (NFUEG)

In einem Brief an den Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Stephan Weil, hat sich der Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland (VLA) gegen den Entwurf des Niedersächsischen Flüchtlingsunterbringungserleichterungsgesetzes (NFUEG) ausgesprochen.


Freiberg in Sachsen. Ausgrabung der Reste des Dominikanerklosters im Zuge einer Parzellenbebauung (Foto: D. Graef, © Landesamt für Archäologie Sachsen)

 
Der Vorsitzende des VLA, Prof. Dr. Michael Rind, äußerte grundsätzliches Verständnis für die Bemühungen der Bundesländer, die Unterkunftsfrage für Flüchtlinge möglichst schnell und effektiv zu lösen. Er übte aber grundsätzliche Kritik an der in § 5 des Gesetzes geplanten Regelung, das Verursacherprinzip langfristig (bis 2019) außer Kraft zu setzen und damit die undokumentierte Zerstörung von archäologischen Denkmalen zu legitimieren. Rind verwies auf die falsche Signalsetzung, die gerade in Bezug auf die Herkunftsländer der Flüchtlinge von einem solchen Gesetz in der Frage einer Legalisierung der Zerstörung von archäologischen Kulturdenkmälern in Deutschland ausgehe und forderte zunächst die Ausschöpfung anderer Steuerungsinstrumente wie verkürzte Fristsetzungen u. ä. Weiterhin sei es vielfach möglich, auf möglichen Denkmalflächen „archäologieschonende“ Bauweisen ohne tiefgründige Bodeneingriffe zu fördern, z. B. Aufbringung von Fundamentplatten ohne Unterkellerung oder konservatorische Überdeckung archäologisch relevanten Baugrundes vor der Bebauung.
   
Rind machte ebenso deutlich, dass gerade die archäologischen Untersuchungen die Geschichte und Kultur des Gastlandes Deutschlands auf sehr eindringliche und direkte Weise vermitteln und Gemeinsamkeiten des historischen Erbes aufzeigen können. Er verwies auf die Chance, archäologische Ausgrabungen zu nutzen, Mitarbeiter mit Migrationshintergrund zu beschäftigen, sie hier unmittelbar an die Geschichte heranzuführen und somit in hohem Maß identitätsstiftend und integrierend zu wirken.