Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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11.02.2015 Von: Beate Trede, Archäologisches Museum Hamburg / Helms-Museum

Nach der Hammaburg: Ausgrabung des Archäologischen Museums Hamburg am Hopfenmarkt

Einzigartige Holzkonstruktion der „Neuen Burg“ aus dem 11. Jahrhundert freigelegt


Seit August 2014 graben die Experten des Archäologischen Museums Hamburg auf einer 360m² großen Fläche am Hopfenmarkt in der Hamburger Neustadt. Das Gebiet birgt ein für Hamburg einzigartiges Bodendenkmalensemble. Auf dem Areal sind Reste der im 11. Jahrhundert errichteten Ringwallbefestigung „Neue Burg“ und der 1195 erstmals schriftlich erwähnten Hauptkirche St. Nikolai im Erdreich erhalten. Jetzt konnten besonders gut erhaltene Fundamentreste der „Neuen Burg“ gesichert werden. Den Archäologen ist es gelungen, Holzkonstruktionen aus fast tausend Jahre alten Baumstämmen im Burgwall freizulegen. Eine Befundsituation mit derart gut erhaltenen Hölzern ist bei archäologischen Ausgrabungen überaus selten anzutreffen. Die Untersuchungen der Archäologen können nun Antworten zur Bauweise der Burg und zum genauen Gründungsdatum liefern und damit die Gründungsgeschichte der Hamburger Neustadt erhellen.


Neue Befunde zur Nikolaikirche

Schon im August starteten die Experten des Archäologischen Museums Hamburg mit ihrer Grabung - jedoch musste zunächst der Bauschutt der Nachkriegsbebauung entfernt werden. Inzwischen sind die Archäologen schon auf die Reste der 1842 abgebrannten Nikolaikirche gestoßen. Diese wurden in den letzten Monaten ausgegraben und dokumentiert. Neben den Fundamenten der nördlichen Kirchenwand konnten Pfeilerfundamente des Mittelschiffs und eines Beinhauses ergraben werden. Teilweise bestand das Fundament aus mächtigen Eichenstämmen, welche durch die Dendrochronologie bald zur besseren Datierung der Bauphasen dieser Kirche beitragen können.


Im Zentrum des Interesses: Die „Neue Burg“

Unterhalb der Kirchenfundamente befinden sich Reste des Walles der „Neuen Burg“, die nach schriftlichen Überlieferungen durch Herzog Ordulf im Jahr 1061 errichtet worden sein soll. Der Wall der „Neuen Burg“ bestand aus einer Holzrostkonstruktion, die mit Erde verfüllt wurde. Die Holzbauteile sind bis ins kleinste Detail erhalten. Dendrochronologische Untersuchungen haben nun neue Erkenntnisse zum genauen Gründungsdatum der Burg geliefert. Danach bestand sie überwiegend aus Eichenstämmen, die im Winter des Jahres 1023 gefällt wurden. Dementsprechend ist die „Neue Burg“ älter als die schriftliche Überlieferung angibt. Sie ist demnach nicht durch Ordulf erbaut worden, sondern entstand in der Regierungszeit von dessen Vater, Herzog Bernhard II (1011-1059). Damit scheint bewiesen, dass es sich um die unmittelbare Nachfolge-Anlage der Hammaburg handelt.

Die Arbeit der Archäologen geht weiter: „Wenn wir unsere Grabungen im Juni beendet haben, wird alles für spätere Generationen dokumentiert und geborgen sein, was im Boden unter dem Hopfenmarkt aus der Zeit der Ursprünge der Neustadt ruhte“, erklärt Kay Suchowa, Mitarbeiter des Archäologischen Museums Hamburg und Grabungsleiter.


Führungen über die Ausgrabung

Interessierte können sich noch bis Juni 2015 über das aktuelle Grabungsgeschehen informieren und erfahren, wie eine Ausgrabung funktioniert und zu welchen neuen Erkenntnissen die Archäologen zur Hamburger Stadtgeschichte gelangt sind. Das Archäologische Museum Hamburg bietet jeden Donnerstag von 14 bis 15 Uhr eine kostenlose Führungen zum aktuellen Stand der Ausgrabungen an. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine verbindliche telefonische Anmeldung erforderlich. Kontakt: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr unter 040/42871-2497.
Treffpunkt:    Hahntrapp 4, 20457 Hamburg
Anfahrt:         U 3 Rödingsmarkt
Achtung:        Nicht barrierefrei, festes Schuhwerk erforderlich, Betreten der Baustelle auf eigene Gefahr