Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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12.05.2016 Von: Dr. Christoph Heiermann, LfA Sachsen

Münzhortfund in der Sächsischen Schweiz

Kletterer stoßen durch Zufall auf einen der größten Münzschätze Sachsens


Am 29. April entdeckten zwei Bergsteiger aus Franken zufällig einen Münzhort in der Sächsischen Schweiz, Raum Bad Schandau. Die ehrlichen Finder, die anonym bleiben wollen, informierten umgehend die Polizei, welche ihrerseits das Landesamt für Archäologie (LfA) einschaltete. Eine Bergung der Münzen konnte unmittelbar eingeleitet werden.

Auf jetzigem Stand handelt es sich um 800-1000 Silbermünzen vorrangig aus dem 17., 18. und frühen 19. Jahrhundert. Der zeitliche Schwerpunkt liegt in der Herrschaftszeit Friedrich Augusts des Gerechten (1768 – 1827).  Die älteste Münze ist ein sächsischer Doppelgroschen aus dem Jahr 1693, bei der jüngsten Münze handelt sich um einen preußischen Taler aus dem Jahr 1817.

 

Nach einer ersten Begutachtung durch das Münzkabinett Dresden, erfolgte eine Deponierung kurze Zeit nach Prägung der jüngsten Münze, deren Erhaltunng in einem sehr guten, also prägefrischen Zustand ist. Eine Fundverbergung, die in unmittelbaren Zusammenhang mit den vorangegangenen Kriegswirren steht, kann also ausgeschlossen werden.

 

Gegenwärtig befinden sich die Münzen in den Werkstätten des LfA. Dort werden sie restauriert und in enger Zusammenarbeit mit dem Münzkabinett Dresden numismatisch bestimmt. Die konservatorischen Maßnahmen sind ausgesprochen aufwendig, denn teilweise haben sich Gewebereste an den korrodierten Münzen erhalten, die Hinweise auf die Art der Verbergung geben könnten. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass es sich um einen der größten Münzschätze Sachsens aus dieser Epoche handelt!

 

Nach Abschluss der umfangreichen noch anstehenden Arbeiten wird das LfA die Münzen mit ihrer spannenden Geschichte der Öffentlichkeit präsentieren.