Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

Download der Leitlinien (pdf 2,9 MB)

< vorherige Meldung
01.12.2010

Harald von Petrikovits (1911-2010) in memoriam

Harald von Petrikovits wurde am 8. August 1911 in Römerstadt (Mähren) geboren. Nach dem Studium der Alten Geschichte, Klassischen Philologie und Archäologie in Wien promovierte er 1934 bei Rudolf Egger über antike Religionsvorstellungen der Adrialänder. 1935 nahm er seine Tätigkeit für die Römisch-Germanische Kommission des DAI und ab 1936 für das Rheinische Landesmuseum Bonn auf, die durch Krieg und russische Kriegsgefangenschaft bis 1951 unterbrochen wurde.


1958 folgte er Kurt Böhner als Direktor des Hauses und Staatlichem Bodendenkmalpfleger für den Landesteil Nordrhein.
Neben seinen wichtigen Ausgrabungen in der Colonia Ulpia Traiana bei Xanten, in Berg vor Nideggen und im antiken Neuss sind H. von Petrikovits die Einführung neuer Methoden in der Archäologie, wie Luftbildprospektion, Widerstandsmessungen und Metallanalysen, zu verdanken.


Sein besonderes Anliegen, Fachwissen zu vermitteln, dokumentiert sich nicht nur in seinen zahlreichen Publikationen, der Einführung neuer Schriftenreihen ("Beihefte der Bonner Jahrbücher", "Epigraphischen Studien", "Archaeophysika") oder als Lehrender am Seminar für Alte Geschichte der Universität Bonn, sondern auch in der Konzeption der 1967 neu
eröffneten Ausstellungsräume des Rheinischen Landesmuseums Bonn.   
Seine bedeutenden Forschungen zur römischen Kaiserzeit, die er noch in seinem 100. Lebensjahr betrieb, wurden durch Mitgliedschaften in den Akademien der Wissenschaften von Nordrhein-Westfalen, Heidelberg und Wien, im DAI, der British Academy und als Ehrendoktor der Universität Würzburg honoriert.

 

Mit Harald von Petrikovits verliert die Fachwissenschaft einen der großen Altertumsforscher des 20. Jahrhunderts, dessen Andenken sie stets bewahren wird.  

Christoph B. Rüger