Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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01.09.2016 Von: Dr. Christa Meiborg

Großes Interesse bei öffentlichen Führungen über das Grabungsareal an der Elisabethkirche in Marburg

Am 23. und 24.8.2016 wurden im Rahmen von mehreren öffentlichen Führungen die vorläufigen Ergebnisse der 7. Ausgrabungskampagne im Umfeld der Deutschordensniederlassung an der Elisabethkirche in Marburg vorgestellt


Die Neugestaltung des Umfeldes der berühmten gotischen Elisabethkirche in Marburg und der benachbarten Niederlassung des Deutschen Ordens wird seit Jahren von archäologischen Untersuchungen begleitet. Die Öffentlichkeit wird dabei regelmäßig durch öffentliche Veranstaltungen über die Ergebnisse der Ausgrabungen informiert.

  

Trotz großer Hitze fanden sich am 23. und 24. August wieder zahlreiche Besucher an dem Grabungsareal „Firmaneiplatz“ im Südosten der Elisabethkirche ein, um den Erläuterungen der örtlichen Grabungsleiterin, Frau Susanne Gütter, und der Projektleiterin, Dr. Christa Meiborg, zu folgen. Bei dieser Gelegenheit konnten sich die Teilnehmer der Führung auf dem Grabungsareal einen Einblick in die Arbeitsmethoden der Archäologischen Denkmalpflege verschaffen. Auch eine Auswahl an archäologischen Funden (Keramik, Tierknochen. Schmiedeschlacke) wurde präsentiert, die auch „zum Anfassen“ vorgesehen war, sowie zerbrechliche Funde wie Münzen und mehrere Schnallen aus Buntmetall.
 
Neben den Fundamenten eines spätmittelalterlichen Pferdestalls („Marstall“) konnten die älteren Befestigungsmauern des Ketzerbachs gezeigt werden, der das Gelände ursprünglich durchfloss. In diesem Bereich traten auch erneut die Fundamente einer früheren Brücke zu Tage. Auch die Kanalüberwölbung des Baches aus Sandsteinquadern (spätes 19. Jh.) wurde in der diesjährigen Fläche erneut angeschnitten und war deutlich zu erkennen. Daneben führten die abgetragenen Schichten bis in die Bauzeit der Elisabethkirche und früher, bis in die Gründungsphase des Hospitals der Hl. Elisabeth zurück. So konnten die Anwesenden auf eine freigelegte Geländeoberfläche aus dem 13. Jh. blicken.
 
Mit großem Interesse folgten die Besucher den Ausführungen zu den ehemaligen Bestattungsarealen rund um die Kirche. In der diesjährigen Untersuchungsfläche wurden bislang die Grabgruben von 18 Gräbern angeschnitten, die z. T. ungestört von den nachfolgenden Baumaßnahmen im Boden verbleiben können. In einem neuentdeckten Friedhofsbereich mit Kindergräbern werden jedoch einige - nach der sorgfältigen Dokumentation und Bergung- der geplanten neuen Brunnenkammer weichen müssen.
 
 
Weitere Informationen zum Projekt unter:
http://www.hessen-archaeologie.de/hessenARCHAOLOGIE/Mittelalter-und-Neuzeit/Forschungsprojekte/forschungsprojekte.html