Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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02.10.2014 Von: Prof. Dr. C. Sebastian Sommer

Dr. Erwin Keller (1937-2014)

Ein Nachruf


Dr. Erwin Keller (© Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege)

Landeskonservator i.R. Dr. Erwin Keller, von 1983 bis 2001 Leiter der Abteilung Bodendenkmalpflege am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, ist am 5.8.2014 nach langer, schwerer Krankheit in München verstorben. In seiner Funktion war er langjährig gesetztes Mitglied beim Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland. Daneben wirkte er in dieser Zeit als Schriftführer der etwa 3.000 Mitglieder starken Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. über eine Vielzahl von Vorsitzenden als kontinuierliches Element.

 

 

Sein Studium, anfänglich der Germanistik, später der Vor- und Frühgeschichte, schloss Erwin Keller 1967 mit der Promotion bei Prof. Dr. Joachim Werner über die spätrömischen Grabfunde Südbayerns ab, ein heute noch über die Typologie der Zwiebelknopffibeln häufig zitiertes Werk. Unmittelbar danach trat er in die Dienste des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Der Weg führte ihn dort von der Inventarisation der obertägigen Denkmäler Oberbayerns über ein kurzfristiges Referat für Provinzialrömische Archäologie und der Leitung des Referats Oberbayern-Süd zur Abteilungsleitung nach dem frühen Tod Rainer Christleins. Unter seiner Leitung wurde die Bodendenkmalpflege in Bayern weiter ausgebaut. Es konnten die Luftbildarchäologie und Geophysik verstetigt und eine systematische Denkmalerfassung begonnen werden.

 

 

Die fordernde organisatorische Arbeit im Amt erledigte Erwin Keller mit einer fast schon sprichwörtlichen Pflichtauffassung – ein großer Teil seiner Urlaubstage zeichneten sich z. B. dadurch aus, dass er trotzdem im Amt erschien, allerdings ohne Krawatte. Daneben gelang es ihm, verschiedene Monografien und große wissenschaftliche Aufsätze zu verfassen. Viele seiner Themen, die „Heimstettener“ Leute des frühen ersten Jahrhunderts, die späten Römer, der Übergang zum frühen Mittelalter, Altötting, um nur einige zu nennen, sind heute immer noch oder wieder aktuell. Bei seiner Arbeit erschien ihm jedoch bis zuletzt der Computer als Teufelszeug, jedenfalls erfolgte die Erstellung aller Texte und Korrekturen handschriftlich.

 

 

Viele haben Erwin Keller als einen bisweilen spröden, eher unnahbaren Menschen und Kollegen erfahren. Auf jeden Fall war er ein verlässlicher Partner und konsequenter Schaffer. Trotz schon beginnender gesundheitlicher Rückschläge hat er mit diesen Eigenschaften nach seinem Ruhestand die umfangreiche Fotoapparatesammlung des Münchner Stadtmuseums sortiert und erfasst und so seiner Leidenschaft für Fotografie noch lange nachgehen können.

 

 

Prof. Dr. C. Sebastian Sommer