Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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03.12.2018 Von: Jan Nováček und Anja Endrigkeit, TLDA

Der „Herr von Boilstädt“ bekommt ein Gesicht.

Im Jahr 2013 wurde beim Bau einer Umgehungsstraße von Gotha-Sundhausen (Thüringen) ein Gräberfeld aus der Merowingerzeit von dem Thüringischen Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege Weimar (TLDA) ausgegraben.


Eine herausragende Bestattung, die von der Presse den Namen „Herr von Boilstädt“ erhielt, stand seitdem im Zentrum vielfältiger wissenschaftlicher Untersuchungen. Der aktuell jüngste Schritt, eine zeichnerische und eine plastische Gesichtsrekonstruktion, wurde am 30. November 2018 während einer Pressekonferenz am TLDA präsentiert. Die Enthüllung wurde durch die Thüringer Staatssekretärin für Kultur und Europa durchgeführt, Frau Dr. Babette Winter, zusammen mit dem Landesarchäologen Dr. Sven Ostritz.

Die zeichnerische Rekonstruktion, vorgenommen durch Frau Steffi Burrath (LKA Sachsen-Anhalt), zeigt mehrere Varianten von Bart und Frisur. Die plastische Rekonstruktion, angefertigt von Kristina Scheelen und Michael Brandt (Göttingen), besteht aus Silikonkautschuk mit menschlichem Echthaar und Glasaugen. Die DNA-Untersuchungen zur Bestimmung der Haar- und Augenfarbe wurden von Dr. Susanne Hummel und Janine Mazanec (Göttingen) durchgeführt.


Die Berichterstattung erfolgte u. a. durch die Thüringer Allgemeine Zeitung, Welt, RTL online, BILD Thüringen und den MDR in der Reihe Thüringenjournal.


Die Funde des „Herrn von Boilstädt“ sind zusammen mit einer Rekonstruktion der Grabkammer derzeit noch in der Sonderausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland zu sehen“. Im Frühjahr 2019 sollen sie gemeinsam mit den Gesichtsrekonstruktionen in der Dauerausstellung des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens in Weimar Aufnahme finden.

 

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