Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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11.05.2016 Von: Birte Anspach, ALSH

Ausgrabungen in der Kieler Altstadt

Im Herzen der Kieler Altstadt wird auf ca. 4000m² ein Neubauprojekt durchgeführt. Über 200 Wohnungen und zahlreiche Geschäfte entstehen hier.


Das archäologische Landesamt Schleswig-Holstein begleitet die Bauarbeiten archäologisch. In der Flämischen Straße wurden nun Hausreste aufgedeckt. Bis zur Vernichtung im Dezember 1944 standen hier teilweise noch repräsentative Bürgerhäuser der Renaissance, teilweise auch schon wilhelminische Prachtbauten.

In einem renaissancezeitlichen Keller sind nun einige Mauern aufgetaucht, die im ersten Augenblick völlig sinnlos erscheinen. Kreuz und quer verlaufen hier halb- oder viertelsteinstarke Mauern, die trocken in ein bis drei Lagen direkt auf den Kellerboden gesetzt wurden. Möglicherweise handelt es sich hierbei um die Reste von Kinderspielen in den wohl nach dem Bombardement noch erhaltenen Kellern. Aus gefundenen Backsteinen haben Kinder hier „Maurer“ und „Wiederaufbau“ gespielt.


Aus dem Kriegsschutt wurden u. a. Porzellangefäße der Fa. Tielsch im schlesischen Altwasser gefunden, die für den Kieler Händler J. C: Kipp im Jahr 1942 hergestellt wurden. Dabei handelt es sich um Auftragsarbeiten für die „Akademischen Heilanstalten Kiel“, das heutige Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Ein Aufdruck in Frakturschrift machte den Besitz deutlich.
Auf dem weiteren Areal wurden auch mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde ergraben, so u. a. ein Keller des 15. Jahrhunderts und die Kellerreste des Wohnhauses von Meyer Isaak Schiff, dem ersten jüdischen Juristen der 1802 eine Zulassung in Holstein erhielt.

In einem renaissancezeitlichen Keller sind nun einige Mauern aufgetaucht, die im ersten Augenblick völlig sinnlos erscheinen. Kreuz und quer verlaufen hier halb- oder viertelsteinstarke Mauern, die trocken in ein bis drei Lagen direkt auf den Kellerboden gesetzt wurden. Möglicherweise handelt es sich hierbei um die Reste von Kinderspielen in den wohl nach dem Bombardement noch erhaltenen Kellern. Aus gefundenen Backsteinen haben Kinder hier „Maurer“ und „Wiederaufbau“ gespielt.


Aus dem Kriegsschutt wurden u. a. Porzellangefäße der Fa. Tielsch im schlesischen Altwasser gefunden, die für den Kieler Händler J. C: Kipp im Jahr 1942 hergestellt wurden. Dabei handelt es sich um Auftragsarbeiten für die „Akademischen Heilanstalten Kiel“, das heutige Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Ein Aufdruck in Frakturschrift machte den Besitz deutlich.

 

Auf dem weiteren Areal wurden auch mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde ergraben, so u. a. ein Keller des 15. Jahrhunderts und die Kellerreste des Wohnhauses von Meyer Isaak Schiff, dem ersten jüdischen Juristen der 1802 eine Zulassung in Holstein erhielt.