Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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18.05.2017 Von: Thomas Becker M. A. (Landesamt für Denkmalpflege, hessenARCHÄOLOGIE)

17. Verleihung des Eduard-Anthes-Preises in Darmstadt

Am 21. April 2017 erhielt Dr. Eike H. Michl den Eduard-Anthes-Preis, den ältesten deutschen Archäologiepreis für herausragende Dissertationen, vergeben durch die Altertumsfreunde im Regierungsbezirk Darmstadt e.V., das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die hessenARCHÄOLOGIE des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.


Die Verleihung fand in feierlichem Rahmen im Karolinensaal des Hauses der Geschichte (Hessisches Staatsarchiv) in Darmstadt statt.

Der Preisverleihung traditionell vorausgegangen war ein wissenschaftliches Kolloquium in Anlehnung an das Dissertationsthema von Herrn Dr. Michl. Seine Arbeit hat den Titel "Castellum, Curia, Palatium?! Die mittelalterliche Besiedlungsgeschichte eines mainfränkischen Zentralortes auf dem Kapellberg bei Gerolzhofen". Untersuchungsobjekt ist der Kapellberg, ein Bergsporn am Westrand des Steigerwaldes, auf dem die Universität Bamberg 2007–2015 Ausgrabungen zur Auffindung einer der fünf mittelalterlichen Residenzorte des Würzburger Bistums durchführte. Es fanden sich nicht nur die repräsentativen Reste dieses „Palatiums“, sondern auch Hinweise auf Befestigungsanlagen des 8.–10. Jahrhunderts n. Chr. Im Hochmittelalter entwickelte sich der Kapellberg zusammen mit dem angrenzenden Ort Lindelach zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort der Würzburger Bischöfe.

Nachdem Dr. Michl seine Arbeitsergebnisse vorgestellt hatte, präsentierte Dr. Sebastian Ristow (MiQua Köln) den aktuellen Stand der musealen Präsentation und den Forschungsstand des römischen Praetoriums in Köln und dessen frühmittelalterlicher Nachnutzung. Andreas Schaub M.A. (Stadtarchäologie Aachen) stellte die neuen Ausgrabungsergebnisse zum römischen und frühmittelalterlichen Aachen vor. Zum Abschluss gab Dr. Lukas Werther (Friedrich-Schiller-Universität Jena) einen beeindruckenden Einblick über Flüsse als Verkehrswege mittelalterlicher Herrscher.

Am Nachmittag fand dann die eigentliche Preisverleihung im würdigen Rahmen des Karolinensaals statt. Als Hausherr begrüßte zunächst  Dr. Johannes Kistenich-Zerfaß (Hessisches Staatsarchiv) die Anwesenden. Staatssekretär Ingmar Jung überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Landesregierung, insbesondere die des Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein. Er betonte das einmalige Zusammenwirken von Ministerium, Landesarchäologie und Verein bei der Verleihung des Eduard-Anthes-Preises. Die Grüße von Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und des Magistrats übermittelte Stadtrat Dr. Wolfgang Gehrke. Dabei hob er die Bedeutung Darmstadts als Wissenschaftsstadt mit rund 46.500 Studierenden und mehr als 30 unabhängigen Forschungsinstituten hervor. Prof. Dr. Franziska Lang, Vorsitzende des Vereins von Altertumsfreunden im Regierungsbezirk Darmstadt, referierte über die Geschichte des „Hauses der Geschichte“ im doppelten Sinne: dem Ort des historischen Gedächtnisses sowie dem Bau selbst und seiner Geschichte, die eng mit der Entwicklung des Denkmalschutzgedankens im Großherzogtum Hessen-Darmstadt verbunden ist. Der Landesarchäologe Dr. Udo Recker gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass die Verleihung des Eduard-Anthes-Preises erstmals seit 2009 wieder in Darmstadt, dem Sitz des auslobenden Vereins, stattfand. Er sah den politischen Willen des Landes, die Preisverleihung auch in Zukunft zu unterstützen, durch die Anwesenheit des Staatssekretärs unterstrichen.

In seiner Laudatio beschrieb Prof. Dr. Ingolf Ericsson, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, aus Sicht des akademischen Lehrers und Betreuers den Werdegang von Dr. Eike Michl. Besondere Stärken besscheinigte er ihm im interdisziplinären Arbeiten und bei der Sicherheit im Umgang mit den unterschiedlichsten Quellengattungen, aber auch bei der öffentlichkeitswirksamen Vermittlung seiner Forschungsergebnisse.

Die Verleihung des Eduard-Anthes-Preises an den Preisträger übernahmen Prof. Franziska Lang als Vereinsvorsitzende, Staatssekretär Ingmar Jung (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst) und der hessische Landesarchäologe Dr. Udo Recker. Anschließend sprach Dr. Eike Michl den Stiftern des Preises seinen Dank aus, wobei er seinen akademischen Lehrer und seine Familie mit einschloss. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch die virtuose Darbietung des Gitarristen Franciel Monteiro von der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.