Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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„Zentrale Archäologische Orte“ (ZAO) in der Prignitz

2. Bauabschnitt im Archäologischen Park Freyenstein übergeben


Am 28.05.2011 wurde der 2. Bauabschnitt im Archäologischen Park Freyenstein der Öffentlichkeit feierlich übergeben. Auf der 24 ha umfassenden Stadtwüstung aus dem 13. Jahrhundert erfolgte die Visualisierung der „Burgstelle“, die im Gelände nicht mehr sichtbar war.

 

Zwei Gräben, die bei geophysikalischen Messungen entdeckt wurden, grenzen das Areal im Norden des ehemaligen Stadtgebietes ab. Die Gräben besitzen eine beachtliche Tiefe von bis zu sechs Metern. Ihr Verlauf wurde durch einen Bodenabtrag von bis zu  0,8 m Tiefe im Gelände bodendenkmalverträglich modelliert. In einem Aufschluss, der bis zur Grabensohle reicht, zeigt ein beidseitig bedrucktes  „Meshbanner“  das  dokumentierte Grabenprofil  an authentischer  Stelle. Aufschluss und Banner  vermittelt  einen Eindruck von der ehemaligen Dimension des Grabens.

 

Aus Mangel an typischen archäologischen Befunden wurde der zentrale Bereich der „Burgstelle“ durch zehn weitere Meshbanner gestaltet. Diese zeigen Miniaturen aus Handschriften des 13. und 14. Jh. zum Thema Adel und Burgen. Eine breite, zweispurige Pflasterstraße aus dem 13. Jahrhundert wurde auf 27 m Länge freigelegt,  ergänzt und  zur Begehung durch die Besucher freigegeben. In der Nähe des bereits im Jahre 2007 freigelegten und mit einem Schutzbau versehenen Kellers erfolgte die Visualisierung von drei weiteren Kelleranlagen durch maßstabsgerechte Stahlkonstruktionen mit roter Farbgebung. Zwei Stelen und fünf Tafeln runden das Informationsangebot ab.


Freyenstein liegt  im Landkreis Ostprignitz-Ruppin unmittelbar an der Grenze zu Mecklenburg Vorpommern. Die im Jahre 1287 untergegangene Stadt befindet sich direkt westlich der heutigen Stadt Freyenstein. Die Stadtwüstung ist Bestandteil des Projektes  „Zentrale Archäologische Orte“ in der Prignitz. An der Seite von sechs weiteren hervorragenden Bodendenkmalen,  u. a. der Slawenburg  von Lenzen, dem jungbronzezeitlichen „Königsgrab von Seddin“ und dem Schlachtfeld  des Jahres 1636 von Wittstock soll die archäologische und touristische Erschließung in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

 

J. May, BLDAM