Leitlinien zur archäologischen Denkmalpflege in Deutschland

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21.06.2011 Von: Dorothee Ott, BLfD Bayern

Regensburg: Therme aus der Römerzeit entdeckt

30. Juni 2011: Pressetermin zur Vorstellung der Ergebnisse


Dass es in Regensburg im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus eine blühende Zivilsiedlung des römischen Legionslagers, eine so genannte canabae legionis, gab, das ließen die in den vergangenen Jahren gewonnenen Erkenntnisse bereits vermuten. Dass diese Siedlung in ihrer Größe und Ausstattung vergleichbaren Ortschaften in nichts nachstand, das beweist die nun bei einer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege vorgenommenen Bodenradarprospektion entdeckte Therme.

 

Am östlichen Rand der Altstadt, zwischen der Königlichen Villa und dem Albrecht-Altdorfer- Gymnasium im ehemaligen Klostergarten von St. Clara – heute der Sportplatz des Gymnasiums – gelegen, hatten bereits im Jahr 2007 Sondagen auf die Existenz einer großen baulichen Anlage aus römischer Zeit schließen lassen. Bei den Bauarbeiten zur Instandsetzung der Umfassungsmauer des ehemaligen Klostergartens waren Teile eines römischen Steingebäudes angeschnitten worden, das beheizbare Räume aufwies. Eine genauere Funktionszuweisung gelang damals jedoch noch nicht.

 

Bei einer Bodenradarprospektion im Jahr 2010 fiel auf, dass die Mauerreste nur noch in wenigen Steinlagen vorhanden sind – das römische Regensburg fiel im Mittelalter einem intensiven Steinraub zum Opfer. Dennoch gelang es, die vorhandenen Strukturen als diejenigen einer Thermenanlage zu identifizieren. Ausschlaggebend dafür waren u.a. die Größe der Anlage, die Innengliederung der Räume und die auf das Vorhandensein von Wasserbecken hinweisenden Apsiden.

 

Die übrigen, für den Badebetrieb notwendigen Räumlichkeiten wie das tepidarium, das frigidarium und das apodyterium sind in den nördlich und östlich anschließenden Räumen zu suchen; eine genauere Bestimmung war hier jedoch bislang nicht möglich. Als besonderer Glücksfall für die Untersuchungen erwies es sich, dass die Fläche seit dem Mittelalter unbebaut ist – anderenfalls wäre eine Bodenradarprospektion schwerlich möglich gewesen. Diese Methode beruht auf der Ausbreitung und Reflexion von elektromagnetischen Wellen im Untergrund: Werden die Wellen über eine Sendeantenne in den Boden gesandt, so reflektieren z.B. Mauerreste die Wellen. Aus diesen Signalen lässt sich ein genaues Abbild der Archäologie im Boden in 3 D gewinnen.

 

Am 30. Juni 2011 stellt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege die Untersuchungsergebnisse in Regensburg vor. Die Vertreter der Presse sind herzlich eingeladen, sich ab 13 Uhr in der Königlichen Villa über die aktuellen Erkenntnisse zur Entdeckung der Römischen Thermen zu informieren.